Wild west
 in Newhousen

"Was sich reimt, ist gut"
Der Pumuckl

Kritischer Umgang mit unserem Motto

Wir wollen versuchen keine Stereotype und Vorurteile zu bedienen und zu vermitteln.

Uns ist bewusst, daß die von der Sichtweise der angloamerikanischen Eroberer geprägte Begrifflichkeit "Wilder Westen" bis in die Gegenwart mit einer gewissen Verklärung verbunden. Er ist Durchdrungen von Vorstellungen über Freiheit, Männlichkeit, Recht des Stärkeren, Kampf um das Eigentum und anderen Klischees, wobei die Grenzen zwischen historischen Fakten und frei erfundenen Geschichten oft verschwimmen. Schon damals gab es Bücher und Zirkusse die den Westen gern als besonders spannend und wild darstellten. Dabei denkt man an Sheriffs und Indianer, die Suche nach Gold  und den Bau von Eisenbahnen,  Büffel und Geier, Banditen und vor allem Cowboys.

Das lädt ein, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Deswegen haben die Kinder das Motto selbst gewählt, denken wir. Allerdings wollen wir auch Fakten vermitteln, problematische Ereignisse ansprechen und auch Themen wie Sklaverei, Vertreibung und Landnahme nicht unter den Tisch fallen lassen. Und was ist mit BanditInnen und Cowgirls? Kennen die Kinder denn "Cattle Annie"? Und wie heisst ein weiblicher Sheriff? 

Auch wissen wir,  daß derr Begriff "Indianer" in unserm Programm als problematisch angesehen werden kann

"Die sogenannten »Indianer« gibt es nicht und gab es nie. Der Begriff wurde im Zuge der Kolonialisierung Nord- und Südamerikas der damaligen Bevölkerung aufgezwungen und steht somit in Zusammenhang mit der brutalen Vernichtung großer Teile dieser Personengruppe" aus: Kids aktuell,

Uns ist bewusst daß die Native Americans außerdem unterschiedlich in „Bräuchen, Sprachen, Trachten und alltäglichen Handlungen sind.  Auch das wollen wir rüberbringen.

Unsere Ehrenamtlichen und Mitarbeiter*innen wollen wir in unserer Fortbildung auch für das Thema sensibilisieren und Aspekte von "kultursensiblen, diskriminierungsfreien und vorurteilsbewussten Erziehung“ näherbringen.

Wir wollen gemeinsam  auf  Erkundung  gehen und  auch korrektes  Sachwissen  erschließen.  Wie  genau  haben  die  unter-schiedlichen Gruppen gelebt und wie leben sie heute? Was ist  damals  passiert  und  hat  Kolumbus  Amerika  wirklich  "entdeckt"? Wer hat unter der Landnahme gelitten?  Was waren positive Aspkete und gab es kulturelle Bereicherung? Was ist die Selbstbezeichnung  für  die  jeweilige  Regionen und Gruppen? (z.B.  Native  Americans  für  die  USA,  First Nations für Kanada, Pueblos originarios der Abya-Ya-la oder Indígenas für Südamerika)

Vermeiden wollen wir ebenso:

Die stereotype Darstellung etwa von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion.




"Darf" man denn "noch" Indianer sagen?

hierzu ein text des Stadtmuseums Duisburg:

Das  Wort  „Indian“  ist  zweifellos  eine  Fremdbezeichnung  der  euro-amerikanischen Kolonisatoren, wie man an den Namen von Gesetzen und Reservaten oder dem Namen „Bureau of indian affairs“ (Bundesbehörde für Indianer-Angelegenheiten) erkennt. Es steht damit im Zusammenhang mit einer leidvollen Erfahrung der Unterdrückung. Wie sich ein Wort anfühlt, hängt leider auch damit zusammen, wer es ausspricht und wem gegenüber. Das Wort „Indian“ ist jedoch kein rassistisches Schimpfwort wie etwa „Nigger“, die spöttische Fehlaussprache „Injun“ hingegen schon, „Redskin“ sowieso. Analog zu anderen Bürgerrechts-Strömungen diskriminierter Minderheiten gibt es im indianischen Aktivismus eine Vereinnahmung des Wortes als Selbstbezeichnung, im Internet auch abgekürzt als „NDN“. Gleichzeitig gibt es Betroffene, die das Wort ablehnen.  Der deutsche Begriff „Indianer“ (Nord-/Süd-Amerikas) ist mit den Begriffen „Afrikaner“, „Europäer“ oder „Asiate“ vergleichbar. Es handelt sich um Fremdbezeichnungen und um starke Verallgemeinerungen, die je nach Kontext sinnvoll oder nicht sinnvoll sind. Es handelt sich bei „Indianer“ weder um eine bedeutungsgleiche Übersetzung des englischen Wortes „Indian“, noch besteht in Deutschland das gleiche koloniale Erbe wie in den USA und Kanada. Da eine allgemein akzeptierte Eigenbezeichnung fehlt, lässt sich aus Sicht der Wissenschaft keine bessere Bezeichnung für die Menschen finden, die hier als die „Indianer Nordamerikas“ zusammengefasst werden.